01Vorbereitung nach der tatsächlichen Kenntnisposition
Der Gesprächsleitfaden orientiert sich daran, was die jeweilige Person unmittelbar oder mittelbar wissen kann, nicht an einer vorab zu bestätigenden Schlussfolgerung. Er trennt Untersuchungsfragen von den Tatsachen, Äußerungen, Dokumenten und Abläufen, die die Person tatsächlich beschreiben kann.
02Einflüsse des Gesprächs auf die Darstellung nachvollziehen
Das Dokument trennt die ursprüngliche Schilderung, die vorgelegten Unterlagen und die anschließend formulierten Präzisierungen. Diese Chronologie verhindert, dass Begriffe oder Erinnerungen, die erst nach Kontakt mit derselben Information auftreten, als spontane Übereinstimmung behandelt werden.
03Aussagen ohne Erweiterung ihrer Tragweite dokumentieren
Der Gesprächsvermerk sollte die Herkunft der Informationen, Korrekturen, Vorbehalte und fortbestehenden Meinungsverschiedenheiten festhalten. Insbesondere sind Zitat, Paraphrase, Interpretation und eingeschränkte Bestätigung voneinander zu unterscheiden, damit aus einer partiellen Aussage keine umfassende Zustimmung wird.
Vollständiger Überblick
Das Whitepaper behandelt die Vorbereitung, Strukturierung, Fragetechnik, Vorlage von Unterlagen, Einordnung von Abweichungen und Dokumentation sensibler Untersuchungsgespräche. Es zeigt, wie sich unmittelbare Beobachtungen, berichtete Informationen, Interpretationen und Präzisierungen nach Einsicht in ein Dokument voneinander unterscheiden lassen. Weitere Themen sind Emotionen, Veränderungen in der Darstellung, unterschiedliche Sprachen, Korrekturen, die Unterzeichnung und die Grenzen der Vertraulichkeit. Abschließend erläutert das Whitepaper, wie der tatsächliche Erkenntnisgewinn eines Gesprächs bewertet und digitale Unterstützung eingesetzt werden kann, ohne ihr die Fallanalyse zu überlassen.
Für wen?
Interne Ermittlerinnen und Ermittler, Verantwortliche für Compliance und Korruptionsprävention, Unternehmensjuristinnen und Unternehmensjuristen, mit Untersuchungen befasste Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Personalverantwortliche, Verantwortliche für Ethik und Hinweisgebersysteme sowie Fachpersonen, die Hinweise oder Disziplinarverfahren untersuchen.